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Grafik einer Weltkugel mit zarter Pflanze in grün; davor blauer Banner mit der Schrift "Freisinger Bank Zukunftsdialog 2026"

9. Freisinger Bank Zukunftsdialog

Tipps zum Thema Wärmepumpe

Der Artikel zur Veranstaltung:

Mittwoch, 11. März 2026, Freisinger Tagblatt / Stadt Freising

So klappt´s mit der Wärmepumpe: Experte gibt Tipps und widerlegt Vorurteile

von Richard Lorenz

FS-Bank Vorstand Bernhard Nickel, Rainer Teschner, Martina Hanold (Agenda21) und Sandra Neumayer (Nachhaltigkeitsmanagerin)
Der 9. Zukunftsdialog der Freisinger Bank zum Thema Wärmepumpen: (v. l.) Bernhard Nickel (Vorstand FS Bank), Referent Rainer Teschner, Martina Hanold (Agenda 21), Sandra Neumayer (FS Bank). © Lehmann

Die Wärmepumpe wird oft als schwierig dargestellt.

Beim 9. Zukunftsdialog der Freisinger Bank gab Experte Rainer Teschner Tipps und räumte mit Vorurteilen auf.

Freising – Was muss bei der Entscheidung für eine Wärmepumpe überhaupt beachtet werden? Welche Tricks und Kniffe sind wichtig und ist wirklich jedes Gebäude für diese Form der Wärmeversorgung geeignet? Mit diesen Fragen setzte sich am vergangenen Donnerstag der Wärmepumpen-Experte Rainer Teschner beim Zukunftsdialog der Freisinger Bank auseinander. Dabei wurde deutlich, wie sehr dieses Thema vielen Menschen unter den Nägeln brennt, was sich an der enormen Resonanz zeigte.

Praktische Tipps

„Das heute ist bereits unser neunter Zukunftsdialog hier in der Freisinger Bank – und wir beschäftigen uns erneut mit den Wärmepumpen“, leitete Bernhard Nickel, Vorstand der Freisinger Bank, äußerst zufrieden die Informationsveranstaltung ein, während noch fleißig nachbestuhlt wurde. Sicherlich auch ein Grund für den regen Zulauf: Teschner ist als Mitglied der Agenda21-Gruppe „Energie und Klima“ und als Gründungsmitglied des Arbeitskreises Wärmepumpen der Moosburger Solarfreunde im Landkreis längst kein Unbekannter mehr.

„Die Wärmepumpe wird als schwierig dargestellt. Aber das ist sie gar nicht. Wenngleich sie eine Diva ist, jedenfalls bezüglich der Vorlauftemperatur“, stellte der Experte zu Beginn klar. Seine Tipps am Anfang waren äußerst praktisch, wie etwa der erste Test, ob ein Gebäude überhaupt für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe geeignet ist: die Ausjustierung der Heizkurve und das Beobachten der Vorlauf- und Rücklauf-Temperatur. Funktioniere das alles so nicht, plädiere Teschner für Sanierungsmaßnahmen, allerdings mit Maß und Ziel und nicht etwa wie es einst Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger mit einer Investition von 100.000 Euro vorgerechnet habe. Seine „grobe Faustformel“ zur Abschätzung der Wärmepumpengröße: Bei 250 Liter Ölverbrauch im Jahr sei eine Wärmepumpe mit einer Wärmeleistung von einem Kilowatt geeignet.

Gast bemängelt Lärm

Teschner hatte aber auch einen Tipp für alle Ölheizungs-Besitzer, denn auch diese sollten sich die Heizkurve anschauen, die unter anderem die Vorlauftemperatur beschreibt. „Die Ölheizung läuft häufig auf der Werkseinstellung und das 20 Jahre lang, deshalb kann man auch hier sparen.“ In puncto Wärmepumpe ist Teschner allerdings ein Freund der Eigeninitiative und ein Tüftler. Dann wurde der Vortrag zeitweise sehr speziell und ging sehr in die Tiefe, mit vielen Feinjustierungen, Feinregulierungen und noch mehr Tabellen. „Man braucht schon Geduld“, so seine Erkenntnis, wenn die Wärmepumpe perfekt laufen soll, also mit dem Einsatz von möglichst wenig Energie und dem Ergebnis größtmöglicher Wärmegewinnung. Sein Rat: Das Nutzen der Hersteller-App zur Überwachung und Nachregulierung, hier sei der Zugriff auf Fachmann-Ebene vertraglich festzulegen, damit nicht nur der Installateur mit der Pumpe arbeiten kann, sondern auch der Endverbraucher.

Widerspruch aus dem Publikum gab es, als Teschner von dem geringen Geräuschpegel der Wärmepumpen berichtete. Ein Gast meinte dazu: „Ich bin letztens an vier Wärmepumpen im Abstand von drei Metern vorbeigegangen und ich konnte bis zu 60 Dezibel Lärm feststellen. Die Propeller sind wie blöd gelaufen.“ Ein anderer Gast wollte folgendes wissen: „Macht es jetzt überhaupt Sinn, sich eine Wärmepumpe zu kaufen, oder sollte man warten, bis sich die Stadt zur Wärmeplanung durchringt?“ Teschner: „Die Wärmeplanung der Stadt Freising ist abgeschlossen. Fernwärme wird in den Kerngebieten kommen, aber sonst halt nicht.“

Mit einer Frage hatte Teschner wohl nicht gerechnet. Ein Gast hob zum Ende der Veranstaltung seine Hand und wollte wissen: „Meiner Frau gefallen die Wärmepumpen alle optisch gar nicht, gibt es da nicht schönere?“ Der Ratschlag des Experten: „Gehen Sie auf eine Messe, dort kann man alles finden.“