Magische Milliardengrenze überschritten

Regionalversammlung der Freisinger Bank: 125-jährige Erfolgsgeschichte geht weiter

Presseartikel Freisinger Tagblatt von Alexander Fischer

Zur Regionalversammlung der Freisinger Bank waren im Jahr deren 125-jährigen Bestehens über 350 Mitglieder in die Luitpoldhalle gekommen, um eine aus einfachen Verhältnissen entstandene Erfolgsgeschichte zu feiern.

Freising– Es war der Jubelfeier zweiter Teil. Nach einer Matinee mit 120 geladenden Gästen aus Politik und Gesellschaft folgte am Dienstagabend ein Festakt mit der Basis. Sprich mit den Mitgliedern, den Menschen aus der Region, die der Freisinger Bank so viel Vertrauen entgegenbringen, dass sie Genossenschaftsanteile gezeichnet haben. 14 000 gibt es davon insgesamt im Landkreis, allein über 3900 in der Region Freising wie der Vorstandsvorsitzende Reinhard Schwaiger den geladenen Gästen beim Festakt mitteilte. Dem stehen Schwaiger zufolge 40 000 Kunden gegenüber, die in 14 Filialen, inklusive vier speziellen Beratungscentern, betreut werden.

 

Zu den beeindruckenden Fakten, die der Vorstandsvorsitzende bei der Regionalversammlung 2019 unterbreitete, zählte auch, dass die Freisinger Bank im vergangenen Jahr bei der Bilanzsumme erstmals die magische Marke von über einer Milliarde Euro überschritten hat. Das Eigenkapital der gut 200 Mitarbeiter zählenden Genossenschaftsbank bezifferte der Vorsitzende auf 126 Millionen Euro – was einem Plus von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

 

Das Kreditvolumen der Freisinger Bank ist ebenfalls gestiegen. Und zwar um 8,8 Prozent auf 826 Millionen Euro. Auch Abteilungen wie der Immobilienservice oder die Sparte Versicherungen laufen laut Schwaiger gut.

 

Aber mindestens genau so wichtig wie die Zahlen war den Verantwortlichen an diesem Abend die Geschichte der Bank und ihrer Gründer. Schwaiger erinnerte an die Gründerväter der Volks- und Raiffeisenbanken. Demnach haben Hermann Schulze-Delitsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen die Genossenschaftsbank gegründet, um Stadt- und Landbevölkerung Mitte des 19. Jahrhunderts vor Zinswucher, Willkür und Enteignung zu schützen.

 

Die Gründung der Freisinger Bank, respektive ihrer Vorläufer der Raiffeisenbank und der Volksbank Freising, gehen laut Schwaiger auf das Jahr 1894 zurück. Da, genauer gesagt am 21. Januar 1894 hatte man in Wolfersdorf die erste Raiffeisenkasse im Landkreis ins Leben gerufen.

 

Die jüngere Geschichte der Freisinger Bank stellte der Vize-Vorsitzende, Karl Niedermeier, dar. Er sprach von einer „Fusionswelle“ und davon, dass bezeichnenderweise der Sparkassenverband der damaligen Raiffeisenbank 1970 eine Anleihe gewährt hatte, damit diese in Freising an der Unteren Hauptstraße eine Hauptstelle einrichten konnte.

 

Damit nicht genug: Mit dem ersten Leiter der damaligen Raiffeisenbank Freising, Josef Leonhart, hatte man der Sparkasse auch gleich noch einen ihrer besten Mitarbeiter abgeworben, wie Niedermeier zu verstehen gab.

 

Danach ging es mit der neuen Freisinger Bank schnell bergauf: Bereits Ende der 1970er Jahre konnte man das ehemalige Stammhaus von Möbel Schranner kaufen und dort für sechs Millonen Mark ein eigenes Domizil errichten. Denn im ersten Hauptstellensitz der Bank war man nur zur Miete. Es folgten dann Fusionen mit der Volksbank Freising und mit den Raiffeisenbanken in Moosburg und Eching. In Summe also eine Erfolgsgeschichte. Grund genug, dass man eigens ein Freisinger Bank-Bier hatte brauen lassen. Und das stand als Dankeschön für jedes Mitglied am Ausgang bereit.